C02-neutral im Warmen sitzen

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Ebsdorfergrund-Rauischholzhausen. Um Bewegungsangebote für Kindern und Jugendlichen zu fördern, gibt es viele verschieden Möglichkeiten. Auch solche, bei denen sich der Zusammenhang erst auf den zweiten Blick erschließt. Wie das Beispiel Tennisclub Rauischholzhausen 1983 e. V. zeigt: Dessen Beisitzer im Vorstand Steffen Höniges wandte sich an die Aktion „Spiel’ Dein Spiel“ von den Stadtwerke Gießen (SWG). Mit der Bitte um eine Unterstützung für die fällige Sanierung der Heizung im Vereinsheim.

„Zugegeben – zunächst haben wir uns gefragt, ob dieser Wunsch überhaupt in unser Konzept passt“, erinnert sich Stephanie Orlik. Sie ist bei den SWG für das Sponsoring zuständig und Mitglied in der Jury, die berät, welche der Wünsche die SWG im Rahmen von „Spiel’ Dein Spiel“ erfüllen. Aber als sie und ihre Kolleginnen und Kollegen weiter lasen, änderten sie ihre Meinung. Denn Training bedeutet im Tennis nicht zwangläufig auf dem Platz Bälle schlagen. Ebendies ist in Rauischholzhausen in den Wintermonaten ohnehin nicht möglich, weil der Tennisclub nur über Freiplätze verfügt. Deshalb möchten die Trainer das Vereinsheim nutzen, um andere für das Spiel wichtige Dinge zu vermitteln – etwa indem sie Videos von Profis zeigen. „Darüber hinaus soll der gemütliche Raum für gesellige Nachmittage oder Abende dienen, bei denen sich die jungen Spielerinnen und Spieler treffen. Das stärkt den Teamgeist“, weiß Anika Wolf, Kinder- und Jugendwartin des Vereins.

Die vergleichsweise kleine Jugendgruppe befindet sich noch im Wiederaufbau. Derzeit kommen aber schon fünf Kinder und Jugendliche zwischen fünf und vierzehn Jahren regelmäßig zum Training. Darüber hinaus können sie sich verabreden und jederzeit auf einem der Plätze spielen.

Wohlige Wärme aus Holz

Weil das Vereinsheim natürlich nicht dem Dämmstandard moderner Wohngebäude entspricht, galt es, genau zu überlegen, welche Wärmequelle infrage kommt. „Die Wahl fiel schließlich auf einen Holzpelletofen“, erzählt Steffen Höniges. Mit seinen acht Kilowatt Leistung und einer massiven Brennschale aus extra starkem Gusseisen bringt der Ofen den etwa 25 Quadratmeter großen Raum in wenigen Minuten auf angenehme Temperaturen. In besonders kalten Wochen könnte der Verein den Ofen auch auf kleiner Flamme durchheizen lassen. Dazu müsste allerdings einmal am Tag jemand vorbei schauen und Pellets nachfüllen. Der vorgesehene Behälter fasst 15 Kilogramm der Holzpresslinge. Das genügt auf kleinster Stufe für maximal 30 Stunden. Selbstverständlich erfüllt der Ofen alle heutigen Anforderungen an eine Heizung. Über einen Touchscreen lässt sich das Gerät programmieren. Sogar die Steuerung per Smartphone-App ist bereits vorbereitet.

Die SWG unterstützten den Einbau des modernen  Pelletofens mit 500 Euro und verbanden so erstmals die Förderung von Jugendarbeit im Sportverein mit nachhaltiger Wärmeerzeugung. „Natürlich kam es uns in erster Linie darauf an, die Bedingungen für die Sportliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen im Tennisclub Rauischholzhausen zu verbessern“, fasst Stephanie Orlik zusammen. „Aber dass wir quasi nebenbei auch noch dazu betragen konnten, der Umwelt CO2 zu ersparen, ist die sprichwörtliche Kirsche auf der Sahnetorte.“