Motivationsschub für die Kids der Rugby Kelten vom TSV Krofdorf-Gleiberg: Das Team der U12 kämpft künftig in neuen Trikot-Sets um die Herrschaft über das Ei – eine Spende aus der SWG-Aktion „Spiel‘ Dein Spiel“.

Krofdorf-Gleiberg.
Montags und mittwochs geht es zwischen 18 und 19 Uhr etwas wilder und etwas rauer auf dem Vereinsgelände des TSV Krofdorf-Gleiberg zu. Dann nämlich trainiert eine der Jugendmannschaften der Rugby-Abteilung „Rugby Kelten“ auf dem Außengelände: die insgesamt 16 Jungen und Mädchen der U12. Anders als etwa beim Fußball dürfen die Spieler ihre Gegner mit aller Leibeskraft daran hindern, das typische Rugby-Ei hinter der Linie am Ende des Spielfelds abzulegen. Also einen Versuch zu erzielen. „Allein das sogenannte Tackling wirkt auf Zuschauer anfangs oft grob und rüde. Dabei versucht der Gegner, den Ballträger am Weiterkommen zu hindern, indem er ihn unterhalb der Schultern mit den Armen umgreift“, weiß Jens Hausner, der vor über zehn Jahren die Rugby-Abteilung des Traditionsvereins TSV Krofdorf-Gleiberg ins Leben rief. Aber der Schein trügt. Rugby läuft nach sehr strengen Regeln ab. Jens Hausner erklärt: „Respekt für die Spieler und für den Schiedsrichter stehen ganz oben. Wer Rugby spielt, lernt, seine Aggressionen zu beherrschen – und nebenbei viele wichtige Werte. Deshalb eignet sich der ur-britische Sport so gut für Kinder und Jugendliche.“ Was Rugby noch auszeichnet: Das Team braucht große und kleine ebenso wie schnelle oder auch kräftige Spieler. Zudem zählt beim Rugby wirklich das gesamte Team, nicht der oder die Einzelne. Jens Hausner dazu: „Ohne die anderen ist der Spieler im Grunde nichts. Jeder hält den Kopf für den anderen hin – und das kann auch mal weh tun. Das stärkt zudem das Gemeinschaftsgefühl außerhalb des Rugby-Feldes. Bei uns entstehen viele langjährige Freundschaften.“

Neue Kleidung für den Teamgeist
Nachwuchsförderung, hohes Engagement und Gemeinschaft – für Stephanie Orlik, bei den SWG im Marketing-Service tätig und verantwortlich für die Aktion „Spiel‘ Dein Spiel“, wichtige Gründe, warum die Jury entschieden hat, die Rugby Kelten mit einer Spende zu unterstützen. „Wir freuen uns sehr, dass die Kids der U12 bei den nächsten Turnieren den Ball in neuen Trikot-Sets – bestehend aus Shirts, Hosen und Stutzen – über die Linie bringen.“
Den Rugby Kelten ist die Spende sehr willkommen. Denn Rugby zählt in Deutschland selbst unter den Randsportarten noch zur Randsportart. Sponsoren, aber auch die Spieler selbst sind deshalb schwieriger zu finden. Dazu Jens Hausner: „Wir hatten und haben immer wieder Durststrecken und suchen fortwährend Spieler aller Altersklassen.“ Entsprechend viel Einsatz investieren die Trainer in die Nachwuchsförderung – damit die Kids am Ball und die Kader spielfähig bleiben. Denn eine Mannschaft besteht ab der U16 aus 15 Spielern plus einer Reserve zum Auswechseln. „Unsere Trikots mit dem keltischen Maskottchen stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl – die Kids sind sehr stolz und motiviert, wenn sie darin für unseren Verein antreten“, ergänzt Jens Hausner.

Je jünger, desto besser

Aktuell begeistern sich bei den Rugby Kelten vom TSV Krofdorf-Gleiberg sechs Teams mit 80 aktiven Spielern für den Sport: von den Minis über vier Nachwuchsmannschaften bis hin zu den Herren. „Wir bieten Rugby für die ganze Familie – ob zwei oder 50 Jahre, männlich oder weiblich“, lacht Jens Hausner.
Der 49-Jährige, heute Chef-Coach bei den Herren, startete die Abteilung beim TSV 2009 mit einem Training für die Altersklasse U8, erst ein Jahr später folgte die Herrenmannschaft. „Gerade beim Rugby ist es wichtig, dass sich die Kids möglichst früh mit dem Sport befassen. Wenn wir den Grundstein in jungen Jahren wie bei den Minis legen, sind sie in der U10 und U12 reif für erste Erfolge. Unsere U10 und U12 gehören hessenweit inzwischen zu den drei Top-Teams“, freut sich der Rugby-Fan.

Auch Randsportarten fördern
„Wir finden es toll, mit welchem Engagement der TSV Krofdorf-Gleiberg selbst eine Randsportart unterstützt – wichtig, um möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Vorlieben in Bewegung zu halten. Und wir sind auch ein bisschen stolz, dass im Kreis Gießen der britische Lieblingssport sogar an zwei Standorten möglich ist – neben den Rugby Kelten gibt es ja noch den Uni-Rugby-Club URC, zu dessen Gründern übrigens auch Jens Hausner gehört“, erklärt Stephanie Orlik.